Wer entscheidet eigentlich?

Ein wesentlicher Grundpfeiler von erfolgreichem Business liegt in der Fähigkeit einer Organisation, gute Entscheidungen schnell zu treffen und die Beteiligten in die Umsetzung zu motivieren.

Doch wer entscheidet eigentlich? Und was? Ist das in deiner Organisation immer klar?

Oder verbringst du auch Zeit in langwieriger Diskussion und herbeigeführten Entscheidung, um diese schließlich in der nächsten Besprechung wieder auf die Waagschale zu legen, da der Gruppe keine Entscheidungsbefugnis zustand, ein Aspekt nicht betrachtet wurde, eine Person nicht anwesend war, die aber mitsprechen und Einfluss nehmen will, eine anwesende Person mit der Entscheidung nicht einverstanden war und den „Topf wieder aufmacht“.

Wir unterscheiden 4 verschiedene Arten von Entscheidungsverfahren, die alle ihre Berechtigung haben, sich aber in verschiedenen Situationen mehr oder weniger gut eignen:

  • Autoritär: eine Person entscheidet allein. Es mögen Vor- oder Nachteile diskutiert werden, jedoch liegt die Entscheidungsgewalt einzig in der Hand des Entscheiders. Die Qualität der Entscheidung hängt ab von den Fähigkeiten des Entscheiders, den Sachverhalt zu durchdringen und die Zusammenhänge in den Kontext des großen Bildes einzuordnen. Die Entscheidung selbst kann sehr schnell vonstatten gehen. Die Motivation der Betroffenen hängt von der Akzeptanz der Autoritätsperson und der jeweils eigenen Einschätzung der Sachlage ab. 
  • Demokratisch: die Mehrheit entscheidet. Wir alle kennen demokratische Abstimmungsverfahren, in denen die Stimmen ausgezählt werden und schließlich die Lösung gewählt wird, die die meisten Stimmen hat. Dies dauert natürlich länger als die autoritäre Entscheidung, ist aber auch mit vielen Personen durchführbar, wie wir bei unseren verschiedenen wählen sehen. Es ist nicht immer die beste Entscheidung, da man nicht davon ausgehen kann, dass die Mehrheit das große Zielbild verstanden hat und in Ihr Entscheidung einfließen lässt. Die Tendenz zu einem lokalen Optimum ist groß. Die Akzeptanz und Motivation, die Entscheidungen weiter zu tragen, ist meist nur bei denen gegeben, die ihre Stimme in die entsprechende Richtung gaben. 
  • Nach Konsens: alle stimmen zu. Es wird so lange verhandelt bis alle sagen, dass sie mit der Lösung einverstanden sind und diese unterstützen. Die entsprechend hohe Motivation aller Beteiligten wird aber erkauft durch lange Entscheidungszeiten und dadurch wenigen getroffenen Entscheidungen. Schnelle, flexible Reaktion auf Veränderung der Umgebung, der Marktsituation ist daher nicht möglich. 
  • Nach Konsent: keiner hat einen schweren Grund dagegen. Dies ist ein guter Mittelweg, um viele Beteiligte zu integrieren und doch zeitnah Entscheidungen treffen zu können. 

Welche Entscheidungsvariante gewählt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • der Umgebung
  • den Menschen
  • dem Thema 

Zur Klärung hilft eine Entscheidungsmatix, in der (beispielhaft) für verschiedene Situationen die Entscheidungskompetenz und das Verfahren geklärt wird, damit man für konkrete Arbeitssituationen die richtige Methode ableiten kann oder die Matrix entsprechend erweitert wird. 

Datenschutzinfo