Gestern habe ich mit Freunden Werewolf gespielt. Online natürlich. Dabei kommt es zur Begegnung mit neuen Menschen, unerwarteten Gesprächen und Austausch von interessanten Ansichten. Neuen Kontakten. Gibt es diese Art des Netzwerkens auch im Home Office?

Wenn ich Menschen beobachte, die aus verteilten Standorten kollaborieren, so geschieht dies meist in Form einer Besprechung: ein Eintrag im Kalender, eine Einladung mit einer Gruppe von Menschen, einer Agenda, einer Struktur, einem gesetzten, klaren Ziel. 

Meetings

Ja, das klassische Meeting ist die klarste Art der Zusammenarbeit, die am einfachsten in den verteilten Alltag übertragbar ist. Man optimiert hier noch die Intensiviert der Interaktion und der Integration und Partizipation aller Teilnehmer durch die Verwendung von Video-Möglichkeiten, elektronischen Whiteboards oder geteilten Dokumenten.

Aber es gibt noch mehr…

Kontinuierliche Zusammenarbeit mit spontanen Sessions

Wenn wir an den Arbeitsalltag im Büro nachdenken, gibt es Phasen, in denen jeder schweigend vor sich hinarbeitet, jemand an ein Problem oder Diskussionsthema stößt und mit der Frage „Kannst du mir mal eben helfen?“ eine spontane Session initiiert. 

Wie übertragen wir dies in die virtuelle Arbeitswelt?

Ich empfehle, „Team-Times“ zu definieren, in denen das Team einen Video-Call offen hat, jeder jeden sieht, jeder an seinem Thema, seinem Bereich arbeitet (natürlich ist auch gemeinsames Arbeiten erlaubt) und jederzeit die Möglichkeit besteht, mit den anderen Kontakt aufzunehmen und interessante Fragestellungen in der Gruppe zu besprechen.

Ja, ich gebe zu: das fühlt sich erst mal komisch an, wenn man über Stunden einen Video-Call offen hat und beim Arbeiten eventuell von Kollegen beobachtet wird. Sich darauf einzulassen erfordert Mut und Vertrauen im Team. Es ist kein Kontroll-Werkzeug, sondern ein verbindender Arbeitskanal. Ist doch klar, dass man seinen Arbeitsplatz mal verläßt, um sich einen Kaffee zu holen… Ich persönlich sehe darin auch immer eine Verbindung zur Außenwelt und eine Unterstützung, die mir hilft, Fokus zu halten. 

Probiert’s mal aus!

Netzwerken und Lösungen finden

Ihr kennt diese Situation: man trifft zufällig beim Mittagessen, oder an der Kaffeemaschine, einen Kollegen einer anderen Abteilung und kommt ins Gespräch. Er erzählt von einer Situation im Büro und du denkst dir: „Hey, das haben wir doch auch. Das könnte auch bei uns gehen…“, und schon findest du eine Lösung oder neue Idee für die Herausforderungen in deinem Team. 

Wie kann man nun diese wertvollen Erkenntnisse, die im zufälligen Netzwerken zu finden sind, in einer verteilten Home-Office Situation erleben? Wie plant man den Zufall?

Meine Tipps: 

  • helft dem Zufall auf die Sprünge und verabredet auch zum Mittagessen, im Team und über Eure Team-Grenzen hinweg! 
  • richtet einen Video-Call zum Kaffeetrinken ein, quasi die Kaffeeküche, in den ihr euch mal einhält, während ihr euren Kaffee bereitet.
  • macht mal einen Bierabend mit einem gemeinsamen Online-Chat oder Online-Spiel zusammen. 
  • geht auf Meetups oder Online-Konferenzen: die sprießen gerade in der virtuellen Welt. Es gibt sie zu quasi jedem Thema und irgendwo da draußen wartet die Idee, die euch in eurer Herausforderung in der Arbeit weiterbringt!

Habt ihr noch weitere Ideen? Schreibt sie uns!